Nach ersten Versuchen in der Planetenfotografie per Lucky-Imaging mit der modifizierten Webcam Philips SPC900NC kaufte ich mir im August 2016 meine erste richtige Astrokamera – die ZWO ASI 120MC. Sie besitzt eine höhere Auflösung sowie eine höhere Datentransferrate als die alte Webcam, was zu besseren Planeten- und Mondaufnahmen führte. Für das Livestacking (EAA) eignet sie sich eher nicht, da sie nicht sehr lichtempfindlich ist. Im Bereich der Planeten- und Mondfotografie liefert sie im Rahmen ihrer Auflösung aber sehr gute Ergebnisse. Alle Planetenaufnahmen sowie alle Detailaufnahmen der Mondoberfläche, die ich im Zeitraum von Ende August 2016 bis September 2024 erstellt habe, wurden mit dieser kleinen Kamera von ZWO gemacht. Danach übernahm die modernere SVBONY SV705C den Job.
Technische Daten:
Bildsensor: AR0130CS – CMOS (colour)
Sensorauflösung: 1,2 Megapixel (1.280 x 960 Pixel)
Sensorabmessung: 4,83 x 3,63 mm
Pixelgröße: 3,75 µm
Max. Framerate: 215 fps (ROI 320 x 240 px); 35 fps (ROI 1.280 x 960 px)
Beigelegtes Zubehör:
2,1 mm Weitwinkelobjektiv mit 130 Grad Gesichtsfeld (z.B. für Himmelsüberwachung)
Modifikation – Kühlung der Kamera
Alle digitalen Kamerasensoren geben neben der gewünschten Bildinformation leider auch Störsignale (Sensorrauschen, Ampglow) aus, die die Bildqualität negativ beeinflussen. Das Sensorrauschen ist noch dazu stark wärmeabhängig. Umso wärmer der Bildsensor, desto stärker das Rauschen, das schwache Bildsignale überdeckt. Aus dem Grund werden (semi)professionelle Astrokameras aktiv (z.B. mit Peltierelementen und Lüfter) gekühlt.
Auch wenn das Thema Kühlung im Bereich der Planetenfotografie per Luckiy-Imaging aufgrund der sehr kurzen Belichtungszeiten keine so große Rolle spielt, wollte ich mal ausprobieren, ob man da was Einfaches selbst basteln kann. In meinem Elektronikfundus fand sich auch schnell was (fast) passendes – eine ausgediente, aktiv per Lüfter gekühlte alte Grafikkarte.

Nach Demontage des Kühlkörpers, Anpassung der Größe an das Gehäuse der kleinen Astrokamera per Eisensäge und Bohren von zwei Befestigungslöchern, habe ich diesen mit etwas Wärmeleitpaste an das Gehäuse der ASI 120MC geschraubt.

Da die Kamera im Betrieb auch die Sensortemperaturdaten ausgibt, konnte ich mich während einer Aufnahmesession von der Funktionalität meiner Bastelei überzeugen:

Da der Kühleffekt aber nicht allzugroß war, wie man auf der Grafik gut sieht (ca. 6 Grad), habe ich diese für´s Lucky-Imaging nie eingesetzt.