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Besuch im Planetarium Kassel am 24. Januar 2010

Wenn die Sterne nicht zu mir kommen, dann fahr ich eben zu den Sternen. Unter dem Motto hab ich meine beiden Töchter ins Auto gepackt und bin mit ihnen ins Planetarium nach Kassel gefahren. Der Auslöser dafür war nicht zuletzt die derzeitige Wetterlage, die schon seit Wochen keine Beobachtung des Sternenhimmels mehr zugelassen hat.

Das Kasseler Planetarium befindet sich in der Orangerie, am nördlichen Ende der Karlsaue, der "grünen Lunge" der nordhessischen Großstadt.





























Die Kuppel des Planetariums befindet sich im oberen Stockwerk des mittleren Gebäudetrackts der Orangerie - zu Beginn des 18. Jahrhunderts erbaute Sommerresidenz von Landgraf Carl, welche auch als Winterquartier für südliche Pflanzen diente.

Die Kuppel mißt einen Durchmesser von 10 Metern und bietet 50 Besuchern einen herrlich bequemen, drehbaren Sitzplatz.





























Das Progamm, welches wir besuchten, nennt sich "Eine Reise unter den Sternenhimmel" und wurde durch einen Vorführer komplett manuell gesteuert. Somit hatte er die Möglichkeit direkt während der Vorführung auf Fragen der Besucher einzugehen, was mir sehr gut gefallen hat. Das Foto oben zeigt quasi auch das Anfangsszenario mit dem am Tag einzigen sichtbaren Stern am Himmel, unserer Sonne.

Der Vortrag des Vorführers dauerte etwa 45 Minuten. Zu Beginn erläuterte er den Vorgang der reinbrechenden Dämmerung, erzählte wieviele Sterne mit bloßem Auge sichtbar sind und dass dies nur ein winzig kleiner Bruchteil der Sterne sind, die zu unserer Milchstraße gehören. Der projezierte Sternenhimmel sah schon sehr beeindruckend aus. Selbst ich, der es ja gewohnt ist, den Sternenhimmel zu betrachen, war ziemlich von der relativ authentischen Darstellung beeindruckt. Nachdem er erklärt hat, wie man sich am Himmel orientieren kann und dass der "Große Wagen" das wichtigste Sternbild am Himmel sei, weil es zum Auffinden des Polarsterns herangezogen werden kann, zeigte er ein paar Sternbilder, indem er mit einer Lampe, die einen Pfeil an die Kuppel projezieren konnte, auf die zugehörigen Hauptsterne derselben deutete. Sternbildlinien konnten scheinbar nicht eingeblendet werden, was einer Sternführung unter richtigem Sternenhimmel doch sehr Nahe kommt. Als er zu den Tierkreiszeichen kam, war ich aber dann doch überrascht, da er bei diesen, wie auch beim zuvor erklärten Sternbild Orion die Figuren in die Sternprojektion einblenden konnte. Das sah schon ziemlich klasse aus. In dem Zusammhang ging er auch auf die Bahnen der Planeten, der Sonne und dem Mond ein, die ja bekanntlich durch den Tierkreis laufen.

Hier der Vorführer an seinem Kontrollpult:




























Das Foto entstand natürlich erst nach der Vorführung. Er hätte mich bestimmt zurecht rausgeschmissen, wenn ich ihn währenddessen geblitzt hätte. ;-)

Auch zum Mond verlor er ein paar Worte und blendete dabei einen künstlichen Mondhorizont in die Sternprojektion mit ein, was auch ganz nett aussah. Ähnliches tat er dann auch, wie er etwas zum Mars erzählte. Bei den Planeten wurde außer Mars nur noch der Saturn erwähnt, da diese beiden Planeten ja momentan den Sternenhimmel dominieren. Die Planeten waren dafür natürlich mit ihrer aktuellen Position in die Sternprojektion integriert.

Der Zeiss M-1015-Projektor:






































Das Entstehen einer Mond- und einer Sonnenfinsternis wurde anhand einer Animation gezeigt, welche der Vorführer mittels eines Beamers an die Kuppel projezieren konnte. Auch große Fotos der vorgenannten Planeten wurden so an die Kuppel projeziert.

Leider ging die Vorstellung viel zu schnell vorüber. Mir kam es vor, als hätte sie erst wenige Minuten zuvor begonnen, so kurzweilig war der Vortrag des Sternführers.






































Die Vorführung hat mir wirklich sehr gut gefallen und einmal mehr wünschte ich mir mal wieder einen klaren Sternenhimmel herbei. Gern wäre ich noch länger in dem bequemen Sessel sitzen geblieben, aber der Herr Vorführer wollte natürlich auch Feierabend machen. Nicht zuletzt drängten aber auch meine Töchter zum Aufbruch.

Im Anschluß an den PLanetariumsbesuch gingen wir noch ins "Astronomisch-Physikalische Kabinett", ebenfalls in der Orangerie untergebracht, und schauten uns noch ein paar älteres Fernrohre, Globen, diverse antike Meßinstrumente und ein ebenfalls dort installiertes Focaultsches Pendel an.





























Wie auf dem Foto zu erahnen, war es meiner Kleinen aber doch etwas zu langweilig, sodass wir nur "mal eben" durch die Ausstellung huschten.

Nachdem wir im Anschluß in der Stadt noch ein Eis gegessen hatten, machten wir noch einen Abstecher zum Wahrzeichen der Stadt - dem Herkules ...































... von wo aus man bei guten Bedingungen auch einen schönen Blick über Kassel hat.





























Alles in Allem wars ein sehr schöner Nachmittag mit meinen Töchtern in der Documenta-Stadt Kassel.