Start Beobachtungsberichte 2012 26.02.2012 - Endlich mal wieder fernglasen ...

Nachdem ich am frühen Abend eine Fotosession vom "himmlischen" Zusammentreffen von Jupiter und Venus mit unserem Erdenmond "im Kasten" hatte, musste ich unbedingt noch mit dem Fernglas raus. Ich hatte noch ein Date mit dem Kometen C/2009 P1 Garradd offen, den ich gern noch mit meinem TS 20x80 Triplet erlegen wollte.

Da ich zu faul war, meine Binomount durch´s Treppenhaus und die Wohnung auf meinen Nordbalkon zu schleppen, sollte es diesmal "Frei-Hand" in den Deepsky gehen. Dass das nicht optimal ist, ist mir schon klar, aber wie gesagt - einfach zu faul gewesen.

Dank Winnie´s Kometenseite mit den tollen Aufsuchkarten, war der "dreckige Schneeball" auch recht schnell gefunden. Gut war die noch recht große Koma des Kometen zu erkennen, die zum Zentrum hin etwas heller wurde. Zwischendurch meinte ich auch die beiden Schweife gesichtet zu haben, kann ich aber nicht sicher bestätigen. Die Grenzgröße lag übrigends bei ca. 5,5mag.

Nach der erfolgreichen Sichtung stattete ich erstmal dem Galaxienduo M81 und M82 einen Besuch ab. Die beiden hab ich auch schon lang nicht mehr auf der Netzhaut gehabt. Ein echt schöner Anblick, diese beiden sehr unterschiedlichen Galaxien im Gesichtsfeld des Fernglases. M51 machte in der Lichtglocke der benachbarten Kreisstadt längst nicht so eine gute Figur. Auch M101 konnte ich nur gerade so erkennen.

Viel schöner kam da schon der Doppelhaufen h&chi im Perseus rüber. Ein richtig schönes Fernglasobjekt. Auch das benachbarte Muskelmännchen, das schon fast das Gesichtsfeld des Tripletglases mit seinen 3,2° Feld füllte, war schön anzusehen. Der Eulenhaufen NGC457 war auch noch da und die beiden hellen Augen des "Nachtvogels" leuchteten mir hell entgegen.

Weiter im Westen funkelten die sieben Schwestern, auch Plejaden oder kurz M45 genannt. Die sind schon fast zu groß für das 20x80, aber eben auch nur fast. Ganz schwach war die Aufhellung des sie umgebenden Reflektionsnebels als ganz schwaches "Glimmen" zu erkennen. Aber wirklich nur ganz schwach.

Für den Abschluß meiner Fernglastour mußte ich mich dann noch etwas recken. Während ich die vorgenannten Objekte schön im Sitzen beobachten konnnte, mußte ich mich für das letzte Objekt der Nacht dann doch in die Senkrechte begeben. M42, der Große Orionnebel, wollte noch beobachtet werden. Auf Zehenspitzen stehend, konnte ich den riesigen Gasnebel gerade so über unser Hausdach hinweg sehen. Wie gesagt, ich stand ja auf unserem Nordbalkon. Auch dieses Objekt macht im Fernglas richtig Spass. Irre, wieviel Details man mit einem solchen Fernglas schon erhaschen kann. Es muss also wirklich nicht immer ein Teleskop sein, um auch an Deepskyobjekten mal Details erhaschen zu können.

Das sollte es dann aber auch erstmal wieder gewesen sein. Mein Verlangen nach zweiäugiger Deepskybeobachtung war erstmal wieder befriedigt.