Start Astroziele auf Erden Sternstunden im Gasometer Oberhausen

Am 22.10.2009 habe ich zusammen mit meiner ältesten Tochter, meinem Nachbarn und seinem Sohn die Ausstellung "Sternstunden - Wunder des Sonnensystems" in Oberhausen besucht. Ein paar gesammelte Eindrücke der sehr gelungenen Ausstellung in dem riesigen Gasometer, einem ehemaligen Gasaufbewahrungstank aus der industrieellen Blütezeit des Ruhrgebiets, möchte ich hier zum Besten geben.

Um es den folgenden Fotos vorwegzunehmen - ich bin total begeistert von der Ausstellung. Sie ist sicherlich in erster Linie für Menschen gemacht, die nicht so in der Astronomie-Thematik stecken. Aber auch mehr oder weniger erfahrene (Hobby-)Astronomen weiß sie sehr wohl zu beeindrucken.

Schon von weitem ist der Gasometer Oberhausen zu sehen. Hier hab ich mal schnell mit dem Handy aus`m Auto fotografiert, da die EOS noch im Kofferraum lag.































Aus der Nähe tritt bei mir immer das Phänomen auf, dass ein hohes Gebäude gar nicht mehr soooo groß wirkt.









































Das größte Exponat der Ausstellung holte mich dann aber später wieder in die Realität der wahren Größe des Gebäudes zurück. Aber dazu später mehr.

Die Ausstellung ist im Prinzip in drei Etagen aufgeteilt, deren Erdgeschoß sich mit der Sonne und den Planeten befasst, auch ein paar wenige Deepskybilder sind dort ausgestellt, die im Kontext von Sternengeburt und Sternentod aber auch der Tatsache, dass ja alles aus Sternenstaub besteht, dort auch gut rein passen. Die zweite Etage befasst sich mit dem Thema Technik. Dort geht es um die Raumfahrt, Beobachtungsgeräte, aber auch um die astronomische Wissenschaft der vergangenen Jahrhunderte mit sehr netten Exponaten. Die dritte Etage verschmilzt eigentlich mit der zweiten, da sie in dieser beginnt. Sie erstreckt sich bis zur Kuppel des 117,5m hohen Gasometers und beherbergt den "Größten Mond auf Erden".

Die unterste Etage wird durch das sich im Zentrum des Gasometers befindliche Sonnenmodell dominiert, welches auch einen großen Bereich dieser Etage in ein angenehm warmes Licht taucht.




























Die Aussenwände des Gasometers sind in dieser Etage in ein herrliches Blau getaucht, welches super mit dem Orangeton der Sonne harmoniert. Man fühlt sich gleich richtig wohl beim Betreten der Ausstellung.

Mit der Sonne im Zentrum fügen sich außenherum sehr schön gestaltete Fotowände mit sehr beeindruckenden Aufnahmen, Modellen und Infos der "Mitglieder" des Sonnensystems.




























Hier Merkur, schön aus Richtung der Sonne illuminiert:









































Mars, der rote Planet:




























Neben Mars der Gasriese Jupiter:




























Der kleine Junge im Vordergrund des Jupiter trägt eines der Audiogeräte, die man sich am Eingang des Gasometers gegen Gebühr ausleihen konnte. Ich nehme mal an, dass diese Teile in Abhängigkeit der Position innerhalb der Ausstellung jeweils einen zum Objekt passenden Text abspulen. Ich habe mich darüber aber nicht informiert, waren an den Bildwänden und Exponaten ja auch informative Tafeln zum selbst lesen angebracht.

Wie stark meine Große schon mit 10 Jahren ist, bewieß sie mir am Jupiter:









































Das einzige von der Decke des Erdgeschosses hängende Planetenmodell, welches mir nicht soooo gut gefiel, war der Saturn. Aber wie will man auch den Ring anbringen, ohne dass einem da gleich Befestigungsstreben auffallen? Einen Minuspunkt kann ich daher nicht vergeben ...




























Auch unser Heimatplanet darf in der Ausstellung natürlich nicht fehlen:




























Tochter Lea vor einem der riesigen Deep Sky - Fotos:




























Auch von Mutter Erde sind schöne Fotos ausgestellt:




























In der zweiten Etage gings dann mit der beobachtenden Astronomie und der Raumfahrt weiter.




























Hier die ISS vor dem "Größten Mond auf Erden":




























Ausgestellt ist auch eine der modifizierten Hasselblad 500 Kameras, mit denen die Apollo-Astronauten die tollen Mondaufnahmen geschossen haben:




























Dem Laien werden auch interessante Infos über elektromagnetische Wellen dagebracht, in derem Spektrum sich ja auch ein kleiner wichtiger Teil für uns Spechtler befindet - das sichtbare Licht:




























Auch ein interessantes Teleskop, gebaut in den 1960er Jahren, ist ausgestellt. Es handelt sich dabei um ein 16" Cassegrain-Coudé-System, welches so gebaut ist, dass ein dritter Spiegel das Licht nicht wie beim Newton im Bereich der Tubusöffnung aus dem Tubus befördert, sondern quasi aus der Montierung heraus. Dort ist der Okularauszug unterhalb des Tubus zu sehen. Vor Ort habe ich ihn allerdings in Unkenntnis dieses äußerst seltenen Teleskoptyps nicht entdeckt, da ich gar nicht auf die Idee gekommen war, dass der Strahlengang tatsächlich durch die Montierung hindurch laufen könnte.




























Vorteil dieser Bauweise: Egal welcher Teil des Himmel beobachtet wird, ob tief über dem Horizont oder hoch im Zenit, der OAZ und damit der Einblick ins Teleskop bleibt immer in  genau der gleichen Position.

Auch dieses schmucke "Wohnzimmermöbel" gehört zur Ausstellung:









































Über alledem, in quasi der dritten Etage, thront der 25 Meter im Durchmesser messende Mond:




























Trotz der riesigen Dimensionen des Gasometers, ist es kaum möglich das Modell des Erdtrabanten mal im Ganzen zu erfassen:









































Auf den Fotos kommt die erschlagende Größe auch nicht wirklich rüber. Sehr spektakulär ist der Anblick von unten auf den Südpol. Lea und ich haben uns ca. 10 Minuten für diesen Anblick, den man von der Erde aus nie zu sehen bekommt, mitten unter den Mond auf den kalten, stählernen Fußboden gelegt.




























Ich konnte ihr anhand dieses Anblicks auch gut erklären, dass die Fotos, die auf den großen Ballon gedruckt wurden aus verschiedenen Perspektiven zu verschiedenen Zeitpunkten gemacht wurden. Gut zu erkennen ist dies an den verschiedenen Schattenwürfen in den Mondkratern.

Mit mehreren an den Gasometerwänden befestigten Scheinwerfern wurde versucht die Mondphasen darzustellen, indem umlaufend eben immer nur etwa die Hälfte des Mondglobus angestrahlt wurde.

Die faszinierende Stimmung wurde noch dazu von einer netten sphärischen Klanginstallation untermalt.

An der Innenwand des noch immer nicht soooo hoch wirkenden Gasometers ist ein gläserner Aufzug angebracht, ...









































... mit dem man bis unter die Kuppel des Gasometers fahren kann.









































Hier nochmal auf der Tribüne liegend festgehalten:




























Während der Fahrt und vor allem beim Blick von ganz oben auf den nun relativ klein wirkenden Mond, wird zum ersten Mal die wahre Größe des doch riesigen ehemaligen Gasaufbewahrungsbottichs deutlich. Nochmal zur Erinnerung - das Mondmodell hat einen Durchmesser von 25 Metern!




























Hier in dieser Höhe gibt es nun mehrere Möglichkeiten, die "Sightseeingtour" fortzusetzen: Entweder, man fährt gleich wieder mit dem Aufzug nach unten, oder man geht durch den Seitenausgang nach draußen, wo man dann auf der Außentreppe bis oben auf die Kuppel gehen und diese in einer Art "Laufkäfig" umrunden kann.




























Die Sicht ist dabei spektaklär, wenn`s die Transparenz zuläßt. Aber auch bei dem diesigen Wetter am Tag unseres Besuches lohnte sich der Aufstieg.




























Direkt nebenan liegt das Shopping & Einkaufszentrum CentrO:




























Somit wäre auch für das Alternativprogramm für die/den nicht astrointeressierten Lebensabschnittsgefährten gesorgt und man kann in Ruhe die Ausstellung geniessen - vorausgesetzt, dass Kreditlimit ist noch nicht erschöpft.

Wie gesagt kann man auch auf der Außentreppe nach unten steigen, was wir auch gemacht haben:




























Man kann dann unten wieder in den Gasometer gehen und die Ausstellung weiter besuchen.

Zurück im Innern des Stahlbottichs, gleich rechts vom Eingang, befindet sich noch eine schöne Panorama-Fotowand aus der Industrial-Zeit des Ruhrpotts, die es sich auch lohnt mal in Ruhe anzuschauen.




























Und natürlich darf auch das Merchandising nicht fehlen, wo es auch ein schönes Buch zur aktuellen Ausstellung zu kaufen gibt.





























Resümierend möchte ich festhalten, dass es sich überaus gelohnt hat, die 200km hin nach Oberhausen auf sich zu nehmen. Die Fotos zeigen zwar einen großen Teil der Ausstellung, dennoch können diese natürlich nicht annähernd die Realität und die Stimmung einfangen. Vor allem den riesigen Mond und den noch riesigeren Stahlzylinder muß man in natura erlebt haben. Aber auch die restlichen Exponate, wie auch dieser riesige Raketenmotor, ...









































... der gleich im Eingangsbereich über den Köpfen der Besucher hängt, lohnt die Anfahrt und den wirklich geringen Eintrittspreis.

Der Gasometer mit seinen vielen Stahlverstrebungen bietet eine geniale Kulisse für diese Ausstellung, die man nicht nur als (Hobby-)Astronom unbedingt mal live gesehen haben muß.

Die Ausstellung kann aufgrund des großen Erfolges noch bis zum 31. Dezember 2010 besucht werden.