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Die Überschrift für diesen Bericht kam mir in den Sinn, als ich mich nach mehreren Tagen klaren Himmels etwas übermüdet daran machte, die Beobachtungsereignisse der vergangenen Tage zusammenzufassen. Trotz akuten Schlafmangels mußte ich einfach immer wieder raus - der Astrovirus, mit dem ich mich vor gut 2 1/2 Jahren infiziert hatte, läßt grüßen.

Beobachten war ich mit Öffnungen von 35 bis 200 Millimeter, je ein bis zweiäugig, teils allein, aber auch mit ein bis zwei Leuten, die sich bisher noch nicht so dafür interessiert hatten, was es am nächtlichen Himmel so zu gucken gibt.

Anfangen möchte ich am Do. den 08.07.2010, wo ich mit 8" Dobson und 6" f/5 Newton sammt Fotogeraffel ins Feld gefahren bin. Nicht an meinen Stammplatz, sondern nahe Korbach, da mein neuer Arbeitskollege gern mal vorbeischauen wollte. Diser war durch wkw auf meine website aufmerksam geworden und sprach mich in der Firma an, ob ich ihn mal mit raus nehmen würde. Selbstverständlich sagte ich zu, freue ich mich doch über jeden, dem ich mal des Nachts die Augen öffnen kann. :wink:

Das Fotogeraffel hatte ich mitgenommen, da der Planetoid Roma in dieser Nacht eine "Sonnenfinsternis" verursachen sollte. Er sollte vorausberechneter Weise zwischen Erde und dem Stern Delta Ophiuchi durchfliegen, wobei dies in einer schmalen "Schneise, die von Norddeutschland Richtung West-Südwestdeutschland verlaufen sollte, als ca. 5-8 sekündiges "Ausknipsen" zu sehen sein sollte. Leider wohne ich sehr weit von dieser Schneise entfernt, sodass eine Beobachtung des "Ausknipsens" hoffnungslos sein würde. Aber ich dachte mir, dass ich vieleicht eine Fotoserie machen könnte, in der ich sehen würde, wie der Planetoid an dem Stern vorbeisemmeln würde.

Um es kurz zu machen - daraus wurde nix, da meine EOS-Controllbox nicht anspringen wollte - Kabelbruch, wie sich später zu Hause rausstellte. Ohne die Steuerung konnte ich nur die 30 Sekunden in Anspruch nehmen, die die EOS1000D anbietet. Dies reichte aber leider nicht aus, um den knapp 14mag "hellen" Planetoid auf dem Chip sichtbar zu machen. Shit happens ...

Und trotzdem war die Nacht ein Erfolg. Mein neuer Kollege Jochen kam gegen 23Uhr und obwohl er zu der Uhrzeit normalerweise schon den Schlaf der Gerechten schlummert, hielt er es doch bis etwa 1.30Uhr bei mir im Feld aus - es schien doch faszinierend zu sein, was ich ihm über das All und die Objekte darin erzählen und am 8" Dobson zeigen konnte. Apropos Dobson, Jochen hat vorher noch nie durch ein Teleskop geschaut, geschweige denn einen Dobson "bedient". Das erste Objekt, welches er kurz beobachtete war Saturn. Kurz darauf kam die ISS aus Richtung Westen angeflogen und ich sagte ihm, er solle doch einfach mal versuchen, sie mit 37,5facher Vergrößerung zu "tracken". Den Rigel Leuchtkreissucher hatte ich ihm zuvor schon erklärt. Was soll ich sagen? Er schaffte es immer wieder, die ISS einzufangen und zumindest für ein paar Sekunden zu nachzuführen. Wenn das keine Bestätigung dafür ist, dass wir hier überwiegend zum 8" Dobson als Einsteigergerät raten, dann weiß ich es auch nicht. :D

Gezeigt habe ich ihm erstmal ein paar Sternbilder, natürlich mit meinem "Green Laser", meinem elektronischen Zeigestock, der sich dafür wiedermal bestens bewährt hat. Mit dem Dobson habe ich ihm diverse Objekte gezeigt, natürlich nur Leuchttürme, wie h&chi, M13, M17, M27, M51, M57, die Eule NGC457, den Kleiderbügel Col399. Während ich mich zwischendurch um die Aufnahme der Bilder von Planetoid Roma kümmerte, lies ich Jochen einfach mal mit dem Dobson durchs All fliegen. Er war sichtlich fasziniert von dem, was es alles zu sehen gab und ziemlich überwältigt davon, dass das da oben alles Sonnen sein sollen, die noch dazu oft viiiiiieeelll größer sind, als unser Heimatstern.

Zwischendrin liessen wir unsere Blicke immer wieder über das Band der Milchstraße gleiten, welche ich mit 3x30Sek. auch noch kurz einfangen mußte, nachdem Jochen bereits Heim gefahren war.































Welch herrlicher Anblick, obwohl wir nur ca. 500m vom erleuchteten Korbacher Ortsrand entfernt standen, nur ein paar Büsche verhinderten, dass wir direktes Stadtlicht abbekamen.

Irgendwann gegen 2.30Uhr fuhr auch ich gen Heimat (3 Minuten), viel zufrieden aber auch etwas erschöpft in die Koje, um um 6Uhr wieder aufzustehen.


Genau dies sollte in den folgenden Tagen bis heute noch öfter geschehen - Schönwetterkatastrophe sei dank. Da ist es monatelang bedeckt oder diesig, vieleicht mal die ein oder andere klare Nacht zwischendurch und nun, wo es erst so spät dunkel wird und ich am nächsten Tag zwecks Arbeit früh raus muß, gibts eine beofähige Nacht nach der anderen. Da weiß ich momentan echt nicht mehr, ob ich lachen oder heulen soll.

Klar, man könnt ja sagen, "bleib doch einfach mal drin!", so wie meine Frau das dann schonmal entgegnet. Aber die hat ja auch keine Ahnung, wie ernst so eine Astrovirusinfektion ist! :shock: Wenn man einfach raus MUSS.

Ich bekomme nun auch nicht mehr genau auf die Reihe, wann ich tatsächlich wie lang draußen war, aber vorgestern Nachmittag (16.07.) ging bei mir nix mehr! Ich hatte mir vorsorglich bereits Anfang der Woche für Freitag Überstunden-Abfeiern eingetragen und dies dann auch gemacht, da ich aber auch die Nacht zuvor bis etwa 3Uhr draußen war und dies nicht die erste lange Nacht in der Woche war, hing ich so richtig durch. Da meine Frau und die Kids den Vormittag unterwegs waren, konnte ich es ruhig angehen lassen. Aber anstatt für die kommende Nacht vorzuschlafen, mußte ich ja unbedingt Fotos der vergangenen Nächte bearbeiten.


Samstag den 10.07. war ich jedenfalls nochmal mit meinem neuen Arbeitskollegen draußen an meinem Lieblingsspechtelplatz - per Google Maps hatte ich ihm einen link geschickt, damit er mich auch findet.  :wink: Begleitet wurde er in dieser Nacht von seiner Freundin, die auch gerne mal einen Blick ins All werfen wollte.

Außer dem 8" Dobson hatte ich auch wieder meinen Fotonewton sammt Zubehör dabei, da ich gern noch ein oder zwei Objekte der südlichen Sommermilchstraße ablichten wollte. Daraus wurde aber nichts, da es in Horizontnäher ziemlich siffig war. Also widmete ich mich erstmal meinem Besuch, der irgendann nach 23Uhr bei mir eintraf. Ich selbst war bereits gegen 22.15Uhr dort und hatte bereits alles aufgebaut.

Die Sternführung begann ich wieder mit dem "Green Laser". Diesmal hatte ich auch mein 10x50FG dabei, dass ich den beiden abwechselnd in die Hand drückte um ihnen zu zeigen, was schon mit so einem einfachen FG zu sehen ist, wenn man weiß, wo man suchen muß. Dabei stellte sich witziger Weise heraus, dass Jochens Freundin scheinbar besser damit klar kam, als der Herr Kollege. Dieser konnte nämlich die Eule NGC457 einfach nicht erkennen. Den Weg zu den Objekten wies ich mit dem Laser, was offensichtlich auch sehr gut funktionierte. Beobachtet haben wir damit h&chi, besagten Eulenhaufen, den Kleiderbügel, M31 und M13. Letzteren als direkten Vergleich im Anschluß mit dem 8" Dobson, erst mit 85facher (14er Speers) danach noch mit 200facher Vergrößerung. Während meines "Astrovortrags" zischten einige Sternschnuppen über den Himmel.

Nachdem wir abschließend noch einen Blick auf Jupiter und seine galileischen Monde geworfen hatten, machten sich die beiden fasziniert von den Schönheiten des Sternenhimmels gegen 2.15Uhr wieder auf den Heimweg.

Da die Fotomonti ja schon seit Stunden fix und fertig aufgebaut dastand, wollte ich zumindest noch eine kurze Fotoserie schießen. Der Sturmvogel im Schwan sollte es sein. Nachdem ich nochmal den Fokus an der Wega gecheckt hatte, richtete ich den Newton auf den Stern 52 Cygni, der als Vordergrundstern vor dem Sturmvogel verweilt. Nach zwei drei Probeschüssen war die Kamera richtig ausgerichtet und ich startete meine Belichtungsserie. Der anschließende Blick zum Himmel ließ das blanke Entsetzen in mir aufkommen: Eine fette Wolkenbank schob sich von Westen kommend unaufhaltsam vor den gesammten Sternenhimmel. Nach wenigen Minuten war nicht ein einziger Stern mehr zu sehen. Während die Fotoserie vor sich hin belichten sollte, wollte ich eigentlich den neuen Binoansatz an Jupiter mal so richtig ausprobieren. Nun konnte ich beides knicken. Von der Fotoserie hatte ich nur eine einzige 90-Sekunden Belichtung des Sturmvogels.

Nun gut, dann halt doch "schon" abbauen - es war fast 3Uhr - und nach Hause ins Bett.


Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass ich entweder Sonntag oder Montag auch draußen war, kann mich aber nicht mehr daran erinnern.  :shock:


Am Dienstag den 13.07. aber hab ich den Cirruskomples mit 185mm Brennweite abgeschossen:
































Da ich ziemlich kaputt war, hatte ich keine Lust mehr den 8" Dobson rauszuwuchten, geschweige denn den 16"er, zumal der noch immer nicht wieder zusammengebaut ist. Aber gucken wollte ich trotzdem, während die EOS die Cirrusphotonen aufsaugte. Also hab ich mir die Isomatte und meine 4 Ferngläser geschnappt und hab gezielt Deepskyobjekte gepflückt, aber auch nur einfach so den Sternenhimmel damit umgepflügt. Außer meinen "Lieblingen" NGC7000 und dem Cirruskomplex mußte noch ein weiteres Objekt für einen direkten Vergleich der Ferngläser herhalten: NGC 6946 im Kepheus. Ausgelöst durch einen BB der letzten Tage, wo geschrieben wurde, dass das Ding in einem 16"er nicht zu sehen gewesen wäre  :?:  :?:  :?:, wollte ich mal mit meinen FG´s danach schauen. Die Grenzgröße lag an dem Abend etwa bei 6mag:

Im 7x35 - Fehlanzeige
im 7x50 - Joooaaaaaa, ich glaub, da is was
im 10x50 - klar zu erkennen, wenn auch noch etwas schwach auf der Brust
im 16x80 - nicht zu übersehen, wenngleich der benachbarte Sternhaufen NGC6939 in allen Gläsern wesentlich deutlicher zu sehen war.

Ein ähnliches Ergbnis ergab auch meine FG-Beobachtung von NGC6992/5, der Knochenhand im Cirruskomplex. Im 7x35 war nix davon zu sehen, im 7x50 ein zarter Ansatz, aber sehr schwer indirekt zu halten. Im 10x50 schon besser (ich nehme mal an, das das billige Bresser-Lidl-FG eine bessere Optik hat, als mein olles 7x50 Revue-FG). Aber im 16x80 macht der Cirrus schon richtig Spaß, wenngleich ich den "Sturmvogel" wieder nicht sicher abhaken konnte. Ich meine zwar, eine ganz leichte Aufhellung gesehen zu haben, da ich aber doch recht müde und k.o. war, war ich nicht mehr in der Lage mich darauf verschärft zu konzentrieren.


Am Mittwoch war hier nix mit gucken, also hab ich erstmal das Cirrus-Foddo bearbeitet und versucht der BB-Flut hier im Forum hinterher zu kommen. Was ein Stress ... :wink:


In der Nacht vom 15. auf den 16.07. hab ich dann erstmal meine ersten NLC´s (Noctilucent Clouds - Nachtleuchtende Wolken) in diesem Jahr von meinem Nordbalkon aus gesehen und vom Garten aus auch gleich abgelichtet (vom Balkon aus stand mir ein Baum etwas im Wege):















































Im Anschluß hab ich dann mein Fotonewtongerödel in der Einfahrt aufgebaut und den schon seid letztem Herbst überfälligen Sturmvogel "vom Himmel geholt". Überfällig deshalb, weil ich im letzten Herbst bereits die Knochenhand, den östlichen Teil des Cirruskomplexes, ablichten konnte - damals noch mit 40 Sekunden pro Einzelbelichtung. Den Sturmvogel konnte ich aber nun dank der neuen LXD75 Monti, die wesentlich "runder" läuft als die EQ-EM10, mit jeweils 90 Sekunden pro Einzelbild mit ISO1600 am 6" f/5 Newton abschiessen:























Parallel hatte ich meinen 8" Dobson aufgebaut, um die Zeit der Belichtungen sinnvoll zu nutzen. Außer ein paar Standards hab ich auch ein mir neues Objekt aufgesucht - den planetarischen Saturnnebel NGC7009 im Wassermann. Eine Färbung konnte ich nicht erkennen und außer einem difusen Klecks konnte ich auch keine Details erkenne, weder mit noch ihne OIII-Filter. Allerdings stand er auch recht tief über dem gegenüberliegenden Nachbarhaus. Könnte als vieleicht am Seeing gelegen haben, dass ich die beiden "Ringteile" nicht erkennen konnte.

Gegen 2.30Uhr holte ich den neuen Binoansatz aus dem Koffer und hielt auf Jupiter. Dieser stand noch immer nicht sehr hoch, dass Seeing war aber etwas besser, als in den Nächten davor, sodass immer wieder ein paar kleine Details auf der Planetenoberfläche aufblitzten. Nach einer kurzen Raucherpause gings dann nochmal an den großen Gasplaneten. Plötzlich entdeckte ich einen "Pickel" am südöstliche Teil des Planeten. Die spätere Recherche ergab, dass Ganymed vor Jupiter hergezogen war und sich gerade daran machte, sich von dessen Oberfläche zu lösen - so der überwältigende Eindruck während der Beobachtung. Im Bino war Ganymed auch schon leicht flächig zu erkennen. Es sah einfach faszinierend aus, wie sich da erst ein kleiner, heller Knubbel am Planetenrand bildete, der immer deutlicher und größer wurde und dann vom Gasriesen "abploppte" und plötzlich drei im Raum schwebte.

Ich hatte schon im letzten Jahr ähnliche Jupiter-Jupitermond-Bewegungen beobachtet und kann das nur jedem empfehlen, der das noch nicht gemacht hat. Einfach genial. Jetzt im Bino kam es noch besser und es schien auch, also ob Jupiter vor seinen Monden im Raum schweben würde, was aber natürlich nicht sein kann, also eine optische Täuschung ist. Aber interessant war der Anblick schon. :wink:


Wie gesagt, am Freitag den 16.07. hing ich dann erstmal durch. Bereits am Nachmittag kam mir der Gedanke, dass ich die kommende Nacht, wo ich eigentlich Sternfreund Hubertus in seiner Sternwarte besuchen wollte, absagen müßte. So kam es dann auch. Ich war ziemlich fertig.

Da ich aber meiner großen Tochter schon vor ´ner Woche versprochen hatte, mit ihr auch mal wieder rauszugehen, wollte ich dies unbedingt noch machen. Zumindest bis Mitternacht. So kam es dann auch, dass wir uns gegen 22Uhr auf den Weg zu einem Berghang machten, von dem aus wir eine schöne Westsicht haben würden, um Mond, Venus und Saturn einen Besuch abzustatten. Begleitet wurden wir von einer Freundin meiner Tochter aus der Nachbarschaft.

An Optiken dabei hatten wir meinen 8" Dobson und den kleinen Tchibodobson meiner Tochter. Nachdem ich ihr den Leuchtpunktsucher justiert hatte, ...



























... fingen die beiden auch gleich an zu beobachten, während ich die Kamera für eine geplante Zeitrafferaufnahme an den Start brachte.

Außer o.g. Objekten beobachtete ich auch M13 ...













































... und M57 mit meinem neuen Binoansatz.































Während ich an M13 keinen wirklichen Vorteil der binokularen Beobachtung feststellen konnte (vieleicht war´s auch einfach noch nicht dunkel genung), war M57 binokular deutlich leichter in seiner zitronenförmigen Form zu erkennen. Ich meine auch einen ganz leichten Hauch von türkis/grünlicher Färbung wahrgenommen zu haben, kann die aber nicht sicher sagen. Bisher war mir das nur ein oder zweimal ganz sicher am 16"er gelungen.

Zwischendurch setzten wir uns auch einfach nur auf den Boden oder die mitgebrachten Beobachtungsstühle und genossen den Abendhimmel. in weiter Ferne Richtung West-Nordwest zog eine gewaltige Gewitterfront vorbei. Es blitzte permanent in dem gewaltigen Wolkenberg, was schon äußerst interessant aussah. Donner konnten wir aber nicht vernehmen. Den Abstand der Wolke schätzte ich auf ca. 50km.

"Dunkel war´s, der Mond schien helle, als ein Auto blitzesschnelle, langsam um die Ecke fuhr, ..."






























Noch was zum Binoansatz. Dieser hat jetzt auch einen Namen: Al-Bino! Namensgeber ist ungewollt meine 11 jährige Tochter, die ihrer Freundin erzählte, dass ich da gerade mit meinem neuen Albino beobachten würde. ;-)

Bevor wir wieder aufbrachen zeigte ich den beiden Mädels mit meinem "Green Laser" noch ein paar Sternbilder und im kleinen Dobson die "Eule", h&chi und den "Kleiderbügel". Im 8"er ließ ich die beiden noch einen abschließenden Blick auf M13 werfen - monokular.

Gegen 0.30Uhr fuhren wir Heim und um 1Uhr lag ich im Bett. Endlich mal wieder etwas mehr Schlaf, den ich auch brauchen würde, da schon geplant war, Hubertus in der folgenden Nacht in seiner Sternwarte aufzusuchen.


Samstag, 17.07:

Meteoblue sagte voraus, dass es ab ca. 23Uhr klar werden würde. Um 22Uhr war kam ich an Hubertus´s Sternwarte an. Da es stark bewölkt war, hatte er die Warte noch nicht geöffnet. Erstmal schaute ich mir seinen neuen 16" f/4,5 Newton auf der parallaktischen Montierung an. Bisher hatte er auf der Monti einen 10" f/6 Netwon montiert, mit dem wir in der Vergangenheit auch schon viele schöne Beobachtungen gemacht haben. Der 16"er sah einfach riesig auf der stabilen Monti (Typ?) aus, größer als mein 16" f/4,5, was sicherlich zum einen an der parallaktischen Montierung lag, aber auch daran, dass sein Tubus aus Pertinax etwas länger ist, als der Papptubus meines großen Dobson.

Nach 0Uhr verzogen sich die Wolken allmählich, trotzdem blieb der Himmel ziemlich bescheiden. Offensichtlich war ´ne Menge Feuchtigkeit in der Luft. Lediglich im Zenit schien der Himmel ganz gut zu sein. Aber dafür die Sternwarte aufmachen? Wir entschlossen uns dagegen, schwätzten noch ein bischen über dieses und jenes astronomische Thema, nicht ohne den Sternenhimmel aus den Augen zu verlieren, in der Hoffnung, dass der Himmel doch noch ungetrübte Einblicke ins All zulassen würde. Aber es sollte eben einfach nicht sein, sodass wir gegen 1Uhr beschlossen Feierabend zu machen. Auf dem Heimweg fuhr ich nochmal in der Nähe meines Lieblingsspechtelplatzes vorbei, um mir dort mal einen Eindruck über die Bedingungen zu verschaffen - gleiches Bild. Auch hier war es diesig und ich meine auch, dass es im Zenit wieder schlechter geworden war.

Also war ich auch in der letzten Nacht nicht ganz so spät wieder daheim.

Obwohl es am heutigen Sonntag Abend (18.07.) wieder "clear skies" hat, bleibe ich heute drin, da ich meiner Frau versprochen habe, mal zu Hause zu bleiben, obwohl es mir schon wieder in den Fingern juckt raus zu gehen. Aber ich werde heut mal vernünftig bleiben und gleich zu Bett gehen - eine letzte Arbeitswoche steht noch vor mir, bis dann endlich mein 3-wöchiger Jahresurlaub beginnt.